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Neue Implantat-Leitlinie

Kürzere Implantate statt aufwendiger Augmentation? Eine neue S2k-Leitlinie stellt bewährte Vorgehensweisen infrage.

05. Mai 2026


Dr. med. dent. Michael Striebe

Unter Federführung von DGI und DGZMK wurde eine S2k-Leitlinie zur „Implantatversorgung im fortgeschrittenen Lebensalter“ veröffentlicht. 

Laut einer der Empfehlungen mit hoher Konsensstärke kann anstelle der Verwendung von Implantaten mit Standardlänge in Verbindung mit vertikaler Augmentation des Kieferkammes auch der Einsatz von kurzen Implantaten in Betracht gezogen werden.

Systematische Übersichtsarbeiten zeigten durchschnittliche 5-Jahres-Überlebensraten kurzer Implantate von über 90 Prozent und damit vergleichbare Resultate wie bei längeren Implantaten.

Randomisierte kontrollierte Studien zu Implantaten mit 6 mm Länge über einen Zeitraum von 15 Jahren zeigten im Unterkiefer sogar eine signifikant höhere, im Oberkiefer eine vergleichbare Überlebensrate dieser Implantate im Vergleich zu Standardimplantaten, bei denen vorgängig oder simultan eine vertikale Kieferkammaugmentation erfolgt war. Die Komplikationsrate war zudem bei Standardimplantaten höher.

Die Evidenz für Implantate unter 6 mm Länge ist jedoch geringer.

Aus dieser leitlinienbasierten Empfehlung lässt sich ein vereinfachtes Op-Protokoll und daraus folgend auch eine geringere Belastung des Patienten ableiten.

Dr. med. dent. Michael Striebe

Zahnarzt & Experte für zahnärztliches Gebührenrecht & Abrechnung

Über den Autor
Dr. med. dent. Striebe zählt zu den erfahrenen Experten im Bereich des zahnärztlichen Gebührenrechts. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit der Anwendung, Auslegung und Weiterentwicklung der GOZ. Als Autor zahlreicher Fachbeiträge vermittelt er komplexe Inhalte verständlich und praxisnah – mit dem Ziel, Zahnärzten konkrete Orientierung und Sicherheit im Praxisalltag zu geben.

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