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SPOTLIGHT – Devitalisation

Historisch betrachtet stellte die Devitalisation des schmerzreaktiven Nervengewebes mit einem formaldehydhaltigen Präparat das Standardprocedere bei entzündlich irreversibel veränderter Zahnpulpa dar.

07. Apr. 2025


Dr. med. dent. Michael Striebe

Historisch betrachtet stellte die Devitalisation des schmerzreaktiven Nervengewebes mit einem formaldehydhaltigen Präparat das Standardprocedere bei entzündlich irreversibel veränderter Zahnpulpa dar.

Von einer regelhaften Anwendung eines solchen Medikaments wird in der zahnmedizinischen Fachliteratur mittlerweile auf Grund möglicher Nebenwirkungen abgeraten.

Das schließt jedoch nicht aus, dass in bestimmten  Ausnahmesituationen (Beseitigung starker Schmerzen, starke Blutungen aus dem Nervkanal, etc.) dennoch eine Indikation für derartige Präparate vorliegen kann.

Deren Anwendung erfordert jedoch eine sorgfältige zahnärztliche Risiko-Nutzen-Abwägung und es bedarf einer dokumentationspflichtigen Begründung für das gewählte Vorgehen.

(vgl. u.a. OLG Jena Az.: 7 U 1170/22 vom 30.08.2022)

Dr. med. dent. Michael Striebe

Zahnarzt & Autor

Über den Autor

Jahrgang 1957, 1978-1983 Studium der Zahnmedizin und Promotion an der Universität Marburg, 1983-1985 Assistentenzeit und Stabsarztfunktion bei der Bundeswehr, seit 1985 niedergelassen in eigener Praxis in Hannover, im Lauf der vergangenen 10 Jahre u.a. Vorsitzender des GOZ-Ausschusses der Zahnärztekammer Niedersachsen, Vorsitzender der GOZ Arbeitsgruppe Nord, Mitglied des Senates für privates Leistungs- und Gebührenrecht und des Ausschusses Gebührenrecht der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Co-Autor des Kommentars der BZÄK zur GOZ, gutachterliche Tätigkeit als zahnärztlicher Sachverständiger, über 100 Veröffentlichungen zum zahnärztlichen Gebührenrecht.